Aussagen

Johann Wolfgang von Goethe, Dichter:
„Die niederdeutsche Sprache spricht noch geradezu und sagt, was sie meint. Entbehrt sie der Übung in der Abstraktion, so hat sie dafür sinnliche Sicherheit, die nicht zweifelt an dem, was die Augen sehen und die Hände fassen.“

Gottfried Ephraim Lessing, Schriftsteller:
„Erst im Lande der Niederdeutschen habe ich den ganzen Umfang der deutschen Muttersprache begriffen.“

Hubertus Menke, Professor für Deutsch, Niederdeutsch und Niederländisch an der Universität Kiel:
„Mehrsprachigkeit, gerade auch in Verbindung mit Regionalsprachen, bedeutet eine lebenslange Bereicherung. Anwalt der Regionalsprachen müssen Elternhaus und Schule sein. Dies gilt namentlich für das Niederdeutsche mit seinem vielfältigen sprachkulturellen und literarischen Erbe.“

Willy Sanders, Professor für Deutsch und Niederdeutsch an der Universität Bern:
„Das Vorurteil, Niederdeutsch sei eine minderwertige Sprachform, beruht auf dem sprachsoziologischen Umstand, dass die Oberschicht Norddeutschlands sich dem Hochdeutschen zugewandt hatte. Heute kann jeder Hochdeutsch, Hochdeutsch hat seine Exklusivität verloren. Jetzt ist Niederdeutsch das zusätzliche Kommunikationsmittel, ist Niederdeutsch ein besonderes Exklusivitätsmerkmal.“

Helmut Schmidt, Bundeskanzler a. D.:
„Das Niederdeutsche ist ein Teil unserer Kultur mit eigenständiger Prosa und Poesie. Schon aus diesem Grunde sollte es gepflegt werden. Vielleicht sollten wir nicht nur Naturschutz und Denkmalpflege betreiben, sondern auch Sprachschutz."

Kurt Tucholsky, Schriftsteller und Journalist:
„Manchem erscheint die niederdeutsche Sprache grob, und sie mögen sie nicht. Ich habe diese Sprache immer geliebt. Das Plattdeutsche kann alles sein: zart und grob, humorvoll und herzlich, klar und nüchtern.“

Rolf Zuckowski, Liedermacher:
„Sprache kommt von sprechen. Wer eine andere Sprache erst dann sprechen will
oder darf, wenn er sie beherrscht, der wird sie vermutlich nie aus vollem Herzen sprechen. Darum kann das Niederdeutsche nur überleben, wenn man Kindern Mut macht, auch ihren allerersten Wortschatz „op Platt“ wirklich als Schatz zu begreifen und unbekümmert den Mund aufzumachen, wie es in meinem Lied gesungen wird: Snack mol wedder platt.“